Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und mehr

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Stadtstreicher
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und mehr

Beitrag von Stadtstreicher »

Hallo Zusammen,

es sieht so aus, das ich mich jetzt dann doch einmal mir den tieferen Weihen der Hydraulik auseinander setzen muss - aber irgendwann kommt immer mal der Zeitpunkt.

Unsere DS Break Bj. 75 hat den Urlaub in Süd Frankreich problemlos überstanden, um am Heimatortseingangsschild die rote Stop Leuchte + Hydraulikwarnleuchte aufleuchten zu lassen.
Wir kamen noch bis nach Hause - die Leuchten gingen zeitweise wieder aus um bei jeder Bremsung wieder an zu gehen. Erste Idee noch während der Fahrt: Hydraulikflüssigkeitsbehälter ist leer oder Pumpe fördert nicht mehr genug - hierzu passt jedoch nicht, das die Bremse erst nach einem beherzten Tritt auf den Pilz anspricht, oder?
Zuhause angekommen legte sich Madame gleich nach abstellen des Motors auf den Boden (nach ca. 10min) und kam nur noch sehr langsam wieder hoch und hatte eine nette grüne Pfütze hinter dem rechte Vorderrad hinterlassen.
Fazit:
1. Hydraulikstand war im Behälter in Fahrzeughöchststellung unterhalb von Minimum.
2. nach dem Auffüllen auf knapp unter Maximum leuchten die Warnlampen nicht mehr (komisch ;-)) und der Wagen kommt schnell wieder hoch - jedoch kann ich mit häufigem betätigen der Bremse das Heck um einige cm absenken (kommt aber recht schnell wieder hoch)
3. Trotz intensiven Reinigen aller Bleche in der Nähe von der rechten Bremse und Umgebung des rechten Hydraulikzylinders (bei demontiertem Kotflügel + Abdeckblech) konnte ich keinen weiteren LHM Verlust feststellen (siehe Überschrift: Temporäre Inkontinenz)

Meine Fragen sind nun:
1. Ist das mit dem Absenken des Hecks durch Bremsbetätigung normal?
2. Kann ich trotz der Temporären Inkontinenz das Fzg wieder zusammenbauen? - habe nur keine Lust auf weitere Umweltverschmutzung!
3. Gibt es eine Möglichkeit der Temporären Inkontinenz auf die Spur zu kommen?

Ich wette Madame wird erst wieder pieseln, wenn entweder das Auto total Nass ist, es Stock Dunkel ist, wir uns weit weg von der heimatlichen Garage befinden oder alles zusammen.

Ich hoffe auf Eure Hilfe.

vielen Dank

Gruß

Peter
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Frank T.
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Re: Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und mehr

Beitrag von Frank T. »

Da ist Gas/Luft im System.Durch den niedrigen Stand hat die Pumpe das System zum Schäumen gebracht.Vielleicht ist Dir eine verzögerte Bremsfunktion aufgefallen.
1.Kann man auf Gas zurückführen oder mal das Lüftspiel der Bremsbacken kontrollieren.Wenn das zu gross ist, pumpt man das Heck auch herunter.
2.Fehler finden.Rechtes Vorderrad, also mal die Abdeckung demontieren.
Hinter dem Vorderrad grenzt es ein, Federzylinderverschraubung(ich meine die Dichtpackung innerlich) und/Manschette, Federkugeldichtung am Zylinder oder Rücklaufverbinder am Schweller kommend von hinten, wo eine Leitung zur Leckölmanschette geht und die andere ins System, die reissen mal oder die Schelle fault ab.Den Schaden nicht zu beheben geht auch.Aber möge der Saft mit Dir sein, in dem Falle.
3.Musst Du gucken auch!Siehe 2.
Dass die Bremse noch ging spricht für einen guten Bremsdruckspeicher.
Stadtstreicher
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und m

Beitrag von Stadtstreicher »

Hallo Frank,

vielen Dank für die Diagnose mit der Luft im System - das kann natürlich sein, da der Stand schon sehr niedrig war und wie Du schreibst die LHM auch leicht schäumte.

Zu Deinem Foto: Soweit habe ich auch alles demontiert - nur habe ich nach dem Saubermachen und mehrfachen hoch und runterfahren des Wagens keine neue LHM irgendwo entdecken können. Auch wenn der Wagen nach abstellen innerhalb einer Stunde anfängt zu sinken oder durch Bremsenbetätigen der Druck fällt und dadurch der Wagen sinkt -> nix, keine freifließende LHM zu beobachten.

Ich habe die DS am letzten Donnerstag demontiert - ich werde morgen wieder in die Halle fahren - vieleicht hat sich über die Woche ja irgendwo ein Rinnsal gebildet.

Das mit dem späten Ansprechen der Bremse gibt es erst seitdem die Warnlampen an waren - nach dem Auffüllen der LHM habe ich noch keine Bermsungen gemacht (Kotflügel demontiert...)

Danke erstmal

Gruß

Peter
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Stadtstreicher
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und m

Beitrag von Stadtstreicher »

Hallo Frank,

nach nochmaligem Auffüllen mit LHM, intensivsten reinigen und einigem Suchen habe ich die Stelle gefunden an der (Temporär!!!!) mein Geld in Form von LHM den Werkstattboden umgestalltet.
Temporär deshalb, weil es wirklich nicht immer an der Stelle rausläuft - sondern nur manchmal.
Ich habe die Stelle auf Deinem Foto blau markiert - sie liegt aber auf der anderen (180° verdreht) Seite der Manschette.
Es ist die untere äußere Kante des Faltenbalges direkt über dem Ende des Splintes . Im eingefahreren Zustand berührt der Splint ganz leicht die Manschette.

Mir stellt sich die Frage: Ok - die Manschette hat ein Loch - nur darf innerhalb der Manschette beim Ablassen des Wagen LHM stehen? Oder ist auch der Zylinder noch irgendwo undicht?

Ich habe in der neuen Hydraulischen Presse den Bericht über das Wechseln der hinteren Manschette gelesen und nehme an der Wechsel vorne ist etwas leichter.
Gibt es etwas worauf ich beim Wechsel achten muß?
Muß man dieses Band von Citroën nehmen - oder gehen vorne auch Schlauchschellen (Allerdings wenn ich sehe wie weit sich der Balg über die Schelle wölbt ist die Frage eigentlich überflüssig)?
Sollte man auch gleich den Zylinder und was sonst noch beim Wechsel in die Hand genommen wird, überarbeiten?

Für Tips wäre ich dankbar - denn das digitale Werkstatthandbuch von Santos ist an den Stellen nicht sehr hilfreich - oder ich hab die falschen Seiten erwischt.
Da ich die DS erst seit 1 Jahr habe und bisher alle Reperaturen ohne Anleitung oder mit Hilfe der digitalen Santos PDF (welche ja die gleichen sind die ich in gedruckter Form habe) ausführte - war es noch nicht nötig meine gedruckte Version zu suchen....
Vielleicht sollte ich es mal tun... (hätte damals nie gedacht, das ich mal ne DS haben werde - trotzdem gekauft und seitdem liegen sie in irgendeiner Kiste).


Gruß

Peter
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Stephan J.
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Re: Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und m

Beitrag von Stephan J. »

Die Zylinder sind nie hundertprozentig dicht, daher steht immer etwas LHM in der Manschette, dass dann über den Rücklaufschlauch abläuft - so ist es zumindest an den hinteren Rädern.

Alle anderen Fragen kann ich nicht beantworten, weil ich das Problem vorne noch nicht hatte - hinten allerdings regelmäßig.

Gruß,

Stephan J.
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Thomas Held Verified
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Re: Temporäre Inkontinenz der Hydraulik und m

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hallo Peter,

> Mir stellt sich die Frage: Ok - die Manschette hat
> ein Loch - nur darf innerhalb der Manschette beim
> Ablassen des Wagen LHM stehen? Oder ist auch der
> Zylinder noch irgendwo undicht?

Da darf/ist so. Dafuer ist ja auch ein Ruecklaufschlauch von der Manschette zum Sammmelbehaelter installiert...

> Ich habe in der neuen Hydraulischen Presse den
e ich in gedruckter Form habe) ausführte -
> war es noch nicht nötig meine gedruckte Version zu
> suchen....
> Vielleicht sollte ich es mal tun... (hätte damals
> nie gedacht, das ich mal ne DS haben werde -
> trotzdem gekauft und seitdem liegen sie in> Bericht über das Wechseln der hinteren Manschette
> gelesen und nehme an der Wechsel vorne ist etwas
> leichter.

Jein. Hinten muss weniger demontiert werden, vorne auf jeden Fall Kotfluegel und Abdeckblech. Dafuer ist die Montage vorn eigentlich nach Ausbau der alten Manschette selbsterklaerend - kein Umstuelpen der Manschette bei der Montage des innenliegenden Schellenbandes wie hinten, kein Schmieren der Stoesselkugel, da sie vorne im Leck-LHM liegt. Es ist ein bisschen Gefummel die neue Manschette oben richtig auf den Federzylinder zu schieben ohne diesen auszubauen, geht aber.

> Gibt es etwas worauf ich beim Wechsel achten muß?
> Muß man dieses Band von Citroën nehmen - oder
> gehen vorne auch Schlauchschellen (Allerdings wenn
> ich sehe wie weit sich der Balg über die Schelle
> wölbt ist die Frage eigentlich überflüssig)?

Oben geht auch eine ordinaere Schlauchschelle, unten aus von Dir schon genannten Gruenden besser nicht (dann kann ich oben allerdings auch Ligarex nehmen...).

> Sollte man auch gleich den Zylinder und was sonst
> noch beim Wechsel in die Hand genommen wird,
> überarbeiten?

Wenn nichts akut anliegt nein. Den Federzylinder muss man dabei ja gerade NICHT unbedingt in die Hand nehmen ;-)

> Für Tips wäre ich dankbar - denn das digitale
> Werkstatthandbuch von Santos ist an den Stellen
> nicht sehr hilfreich - oder ich hab die falschen
> Seiten erwischt.

Wie so oft ist die Citroën-Reparaturanleitung da nicht sehr hilfreich. Da steht nur der komplette Fedezylinderein- und ausbau beschrieben, nicht aber der Manschettenwechsel.
Versuchs einfach!
Gruss,

Tom


Gruß

Tom
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