Radlager hinten

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Gerhard Trosien
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Re: Radlager hinten

Beitrag von Gerhard Trosien »

Ich habe vor einiger Zeit die Schrägrollen-Radlager bei meinem Peugeot J5 (identisch mit C25 bzw. Ducato) gewechselt. Vorn werden genau einzumessende Abstandsrohre (und ggf. Beilegscheiben) verwendet, das Anzugsmoment ist enorm, allerdings wird damit auch die Antriebswelle gehalten. Hinten sieht die Lösung ganz anders aus: keine Abstandshülse, keine Verspannung, die Schraube wird mit einem bestimmten (sehr niedrigen) Drehmoment angezogen und dann um einen bestimmten Winkel wieder geöffnet (Merzedes-Schrauber sind's gewohnt...). Die Schraube wird dann gut gesichert. Hier im Lieferwagen (mit Wohnmobilaufbau) wirken ganz sicher andere Kräfte, als im leichten D-Modell. Ich frage mich daher: warum haben die Citroën-Mannen damals diese aufwändige, aber ganz sicher sehr betriebssichere Lösung gewählt? Die einfachere Lösung (Lagerspiel einstellen durch die Schraube) war immerhin schon etabliert. Und: ist es wirklich zu empfehlen, auf die Verspannung zu verzichten? Kann die elastische Dehnung der nicht verspannten, relativ langen Nabe im Zweifel für größeres Spiel sorgen und ist das bedenklich? Andererseits sind die vorgeschrieben 10 Kgm nicht wirklich viel.

Die passenden Kugellager werden in unzähligen Varianten zu unterschiedlichen Preisen angeboten: als Langsam- und Schnellläufer (uns reichen Langsamläufer); mit Kugelkäfigen aus den unterschiedlichsten Materialien. Für unsere Zwecke ist das günstigste, teilbare Lager gerade richtig (nicht teilbare sind nicht zu gebrauchen; nicht teilbare mit Kunststoff-Kugelkäfig sind bedingt teilbar und gehen deshalb auch). Nur vom allerbesten Hersteller sollte es stammen, und da gibt es nur zwei. Die Chance, dass dann das originale Abstandsrohr passt, ist nahe 100%.
MichaIN Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von MichaIN Verified »

Hallo Gerhard,

magst Du die von Dir aufgrund der dargelegten Varianten gewählten nicht mal konkret benennen?

Danke!


Gruß Michael
Gerhard Trosien
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Re: Radlager hinten

Beitrag von Gerhard Trosien »

Kann ich leider nicht: Rechnung und Verpackungen sind weg. Ich bin mit den Lagermaßen aus dem ET-Katalog zum Fachhändler und hab bestellt. Ich weiß nur noch, dass je ein Lager von SKF und eines von FAG war. Aus Versehen hab ich unteilbare bekommen (wollte ich erst gar nicht glauben, dass es unteilbare Schrägkugellager gibt...), aber mit Kunststoffkäfig. Die gehen für den Fall, dass die Nabe noch mal raus muss, auseinander, ohne dass irgendwas beschädigt wird.
Putscher
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Re: Radlager hinten

Beitrag von Putscher »

Servus,

wettem hat geschrieben: Die Schraubensicherung ist doch serienmäßig vorhanden, ich sehe das Problem nicht.
Ich habe die Mutter so eingestellt, daß sich die Scheibe D426-93a, mit einem gegen das Gehäuse abgestützten Schraubendreher, noch ohne großen Kraftaufwand verschieben lässt.
Dann das Sicherungsblech gegen eine Flanke der Mutter gebogen.
[attachment 10350 Unbenannt1.jpg]
viele Grüße
mike
Sag ich doch: Mit Gefühl. Ob das bei Dir mit "Schraubendreher abgestütz irgendwo ohne großen Kraftaufwand" geht, oder ein anderes "Gefühl" ist, dass hängt vom Schrauber (nicht Schraubendreher!! ;-) ) ab. Hauptsache das Spiel ist nicht <= 0. Wenn jemand die Mutter dann - ohne beim umlegen alles wieder zu verstellen - mit dem Sicherungsblech sichert , auch gut. Frage ist wie viele Sicherungsbleche hast Du parat liegen um nach zu stellen?
Da man an die Mutter ja eigendlich problemlos heran kommt, könnte man sich mit so einer Lösung wie z.B. von Doctor-D im Prinzip an ein optimales Spiel heran tasten.
Aber viele Wege führen nach Rom und jeder muss selbst entscheiden, welchen er einschlägt.
MfG Steffen
MichaIN Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von MichaIN Verified »

Hallo,

was ist eigentlich bezüglich der Lagerung der Unterschied vor/nach 1965?
Die Lager haben laut Katalogen die gleichen Maße:

innen 62x25x17 (früher 620.070, später ZC 9620 070 U)
außen 80x40x18 (früher 620.079, später ZC 9620 079 U)
-> bei den neuen Bezeichnungen kam also nur ein "ZC9" davor und ein "U" dahinter

Bei den Teileanbietern wird für die Radlagersätze zum Teil vor/nach '65 unterschieden.


Viele Grüße,
Michael
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wettem Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von wettem Verified »

hallo Michael,

Ich denke der Wechsel der Bezeichnung ist 1970 geschehen, aus welchem Grund auch immer.
Die Lager sind aber immer die selben.

Die Ersatztypen sind 7305 und 7208, die gibt es mit verschiedenen Käfigen aber teilbare konnte ich nicht auftreiben. Inwiefern ein Lager mit Polyamid Käfig im KFZ geeignet ist kann ich nicht beurteilen.
Das wäre mal eine Frage an unsere Maschinenbauer.

viele Grüße
Mike
MichaIN Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von MichaIN Verified »

Hallo,

ab und an gibt es ja Citroën-NOS-Lager zu finden. Hat die schon mal jemand verbaut, sind die definitiv teilbar?
Bei welchem ist die Teilbarkeit wichtig - innen, außen, beide?

Danke!

Gruß Michael.
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wettem Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von wettem Verified »

Wenn das äußere Lager nicht geteilt ist, kann man bei der Montage nicht sicher sein, daß der Innenring auch wirklich am Distanzring richtig anliegt. Das innere Lager kann man in die Buchse einsetzen und dann die Nabe mit der Mutter reinziehen so wie das bei dem geteilten Lager auch gemacht wird.

viele Grüße
Mike
Chat blanc
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Re: Radlager hinten

Beitrag von Chat blanc »

Hallo,

da jetzt schon mehrere Male von einem Distanzring die Rede war, mir ist bei der Demontage von zwei 68er wie auch zwei 73er Hinterachsradlagern kein Distanzring aufgefallen. Um welchen Ring soll es sich dabei handeln? Hat jemand eine Zeichnung zur Hand?

Gruß, Chat blanc
"Ich kann so nicht weitermachen. Ich mach weiter."

Samuel Beckett
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wettem Verified
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Re: Radlager hinten

Beitrag von wettem Verified »

[attachment 10367 Unbenannt1.jpg]
Nummer 15 ist der besagte Ring.
In einem der früheren Beiträge habe ich schon ein Foto davon eingestellt.

viele Grüße
Mike
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Unbenannt 1.jpg
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